Wenn man ein Aquarell mit dreidimensionalen, strukturgebenden Effekten aufpeppen möchte, kann man Strukturpaste verwenden. Es gibt sie als Feinkorn und Grobkorn zu kaufen. Das Feinkorn eignet sich sehr schön für das Ausformen von Blütenblättern oder generell eher glatten Strukturen, während das Grobkorn gerne für Strandszenen oder grobe Strukturen wie Baumrinde verwendet wird. Die Strukturpaste trägt man auf die entsprechenden Stellen auf der Leinwand oder auf dem Aquarellpapier mit einem Künstlerspachtel auf und lässt sie trocknen. Man kann allerdings noch vor der Trocknung Sand oder Muscheln einstreuen, die die Dreidimensionalität noch steigern. Auch kleine Glasperlen machen sich recht gut, je nach Motiv natürlich. Nach dem vollständigen Trocknen, was bei dickem Auftrag am besten über Nacht geschehen sollte, kann die Strukturpaste mit der Aquarellfarbe übermalt werden. Das fertige Bild sollte jedoch unbedingt mit Aquarellfixierspray behandelt werden, da die Farbe auf der Strukturpaste nicht sehr haltbar ist und auch bei feuchten Händen schnell abfärben kann. Zudem sollten Bilder mit Strukturpaste nicht hinter Glas gerahmt werden, was bedeutet, dass man einen anderen Malgrund als Aquarellpapier vorziehen sollte, z.B. mit Aqua-Grund grundierte Leinwand oder Holzplatten oder Aquaboards. Alternativ kann man das Aquarellpapier auf Leinwand kaschieren (also auf Leinwand kleben). Es gilt jedoch in jedem Fall: wenn ein Aquarell nicht hinter Glas kommt, muss es unbedingt mit Fixativ behandelt werden, damit es geschützt ist.