Easy-Aquarell: Der Aquarell-MalkursEasy-Aquarell: Der Aquarell-Malkurs

Nass in Nass

Die Nass in Nass Technik ist die meist verwendete Aquarelltechnik, obwohl sie gleichzeitig auch sehr gefürchtet ist, denn man hat hierbei so gut wie kaum Kontrolle über den Verlauf der Farben - letztlich ist es aber genau das, was die Aquarellmalerei so spannend und schön macht. Diese Technik ist zudem optimal für die Entwicklung der eigenen Kreativität geeignet, da man aus den entstandenen Formen Bildelemente herausarbeiten muss, die man vorher nicht geplant hatte. Bis zu einem gewissen Grad kann man den Farbverlauf mit viel Erfahrung auch steuern und beeinflussen, es dauert allerdings einige Zeit und viele Fehlversuche, bis man den Dreh raus hat.

Für die Nass in Nass Malerei wird beim Aquarell zunächst die Fläche, die Nass in Nass gemalt werden soll, mit einem Schwamm oder Pinsel angefeuchtet. Dabei sollte die Fläche nicht klatschnass sein, so dass Pfützen entstehen, sondern nur so feucht, dass die komplette Oberfläche glänzt. Überschüssiges Wasser kann mit einem Küchentuch abgetupft werden.

Je nachdem wie lange man mit dem Farbauftrag wartet, desto weiter oder weniger weit verlaufen die Farben. Je nasser, desto stärker der Farbverlauf. Man kann das Papier dabei auch hin und her schwenken und so den Farbfluss dezent beeinflussen. Die Farben können pur aus dem Napf/Tube verwendet werden oder als verdünnte Mischung. Entsprechend intensiv oder zart wird dann das Ergebnis. Die Farben werden mit einem großen Pinsel aufgetupft oder verstrichen. Sie können auch in einem separaten Schälchen angemischt und dann auf das Papier "geschüttet" werden. Während des Verlaufens der Farbe ergeben sich spontane zerrupfte Strukturen. Ist die Fläche sehr nass, fließen die Farben auch ohne Struktur fließend ineinander.

Man kann auch in eine nasse Farbschicht, die auf trockenem Papier angelegt wurde, eine andere Farbe hineinfließen lassen. Hierbei sollte man darauf achten, dass manche Pigmente andere Pigmente nahezu verdrängen, quasi dominanter sind. Auch das bringt die Erfahrung.

Man sollte hierbei bedenken, dass die Farben immer ca. 50% blasser auftrocknen als sie beim Auftrag erscheinen, vergleichbar mit dem "Angels share" bei der Whiskylagerung. Möchte man also ein sehr intensives Farbergebnis, sollte man mehr Pigment nehmen - jedoch auch viel Wasser (!), sonst wird der Auftrag zu trocken und zu deckend. Rufe Dir immer ins Gedächtnis, dass es Wasserfarben sind. Und die brauchen eben Wasser, um aktiv zu sein.

Übe diese Technik, indem Du Farbe in verschieden nasse Flächen einfließen lässt. So bekommst Du am besten die Erfahrung, wie nass oder trocken das Papier sein muss, um den jeweiligen Effekt zu erhalten.  

Nass in Nass Verlauf

Feuchte ein frisches Blatt Aquarellpapier an und lass es eine halbe Minute trocknen. In die feuchte Fläche gibst Du ein paar Tropfen Farbe. Du kannst auch mit dem Pinsel Linien in die Fläche malen. Beobachte nun, wie die Farben verlaufen und fließen. Spiele ein wenig damit herum und variiere die Zeitspanne, in der Du die Farbe auf das feuchte Papier gibst. Die Zeitspanne, in der das Papier feucht bleibt, hängt stark von der Umgebungstemperatur ab. Im Sommer (oder bei hoher Heizungswärme) trocknet es natürlich schneller als bei kühlen Temperaturen.

Nass in Nass Himmel



Mit dieser Technik kannst Du später gut Wolkenstimmungen am Himmel darstellen. Auch weit entfernte Büsche kann man auf diese Weise malen. Hintergründe zu Stillleben lassen sich ebenfalls gut in dieser Technik herstellen.

Busch Nass in Nass
 
Dieser Busch wurde zuerst in einem hellen Grün angelegt und in die noch feuchte Farbe wurde ein dunkleres Grün im unteren Bereich hinzugefügt. Es hat sich verteilt und ist sowohl nach oben wie auch nach unten "gezogen".