Eine Begenung der dritten Art :)

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sThomas
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Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von sThomas » Mi 5. Dez 2018, 02:08

Hi,
muss Euch unbedingt etwas erzählen.

Hab gleich am Anfang von meinem Bruder einen Aquarellblock von Canson geschenkt bekommen. Canson XL AQUARELLE.
30 Blatt für unter 20€.... Also hab ich munter drauf los gemalt.
War auch sehr mit dem Papier zufrieden.... Bis heute Abend.
Hatte mir zusammen mit den Farben, hier im Shop das Papier gekauft:
ARCHES® Aquarellblock, 4-seitig geleimt, natürliches Weiß, Feinkorn, 23 x 31, 300g/m², 20 Blatt.
Aber angesichts des sehr hohen Preises, lag das bis jetzt nur in meiner Schublade.
Heute hab ich mich zum ersten Mal "getraut" es zu testen....

Ich sag Euch, dass war für mich wie eine Begegnung der dritten Art!!!

Schon als ich das Blatt nass gemacht habe, war ich hellauf begeistert.
Keine einzige Welle, und ein ganz gleichmäßiger Wasserfilm auf dem Papier.
Als ich dann die ersten Farben aufs Papier brachte, wurde ich vor staunen ganz andächtig!!!
So haben meine Farben noch NIE geleuchtet.
20181204_221939.jpg
Meine erste Idee war - vielleicht hab ich eine perfekte Mischung von Wasser und Pigmente hinbekommen.
Darum hab ich das Canson Papier genommen, und die selben Farben von meiner Palette aufs Papier gebracht...
Der Unterschied war aber deutlich.
20181204_223540.jpg
Es kann natürlich sein, dass ich das Canson mit mehr Wasser eingepinselt habe - das hab ich als blutiger Anfänger noch nicht so im Griff.
Aber meine Entscheidung steht fest.
Werde aus Kostengründen weiter mit dem Canson üben.
Aber Bilder werde ich nur noch auf hochwertigen Papieren malen.

Liebe Grüße,

Thomas
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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von Midge » Mi 5. Dez 2018, 07:55

Jup! Qualität ist beim Aquarell halt wirklich essentiell. Und hat leider auch ihren Preis. Aber wie Du siehst, ist er gerechtfertigt.

Ich hatte damals auch dieses Aha-Erlebnis mit Arches. Aber auch, weil hier die Farben wesentlich gleichmäßiger und schöner verlaufen als auf den Papieren, die ich davor benutzt hatte. Deswegen nehme ich den hohen Preis in Kauf. Das Papier muss im Aquarell einfach stimmen. Alles andere kann mittlere Qualität haben.

Das Canson Papier ist vermutlich nicht gut oberflächengeleimt. Das Arches schon. Deswegen bleiben die Pigmente auch so schön auf der Oberfläche stehen und sinken nicht ins Papier-Nirvana. Ein bisschen hellen die Farben auf dem Arches schon auch auf, aber nicht so massiv. Es hat schon seinen Grund, dass ich immer wieder das Arches empfehle. :augenbrauenheben: :rollgrin: Ich male ja selbst total gerne darauf. :freuen:

By the way: sehr schöne Lavierungen hast Du da angelegt! Bin auf das Endergebnis gespannt! :rollgrin:

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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von aquarius » Mi 5. Dez 2018, 08:33

Dein Beitrag bestätigt auch meine Meinung: Arches ist das Beste!!! :freuen: :lol:
Ich male schon seit Jahren meistens auf diesem Papier (habe mir auch einige andere Fabrikate gekauft, um zu testen) und bin trotz des höheren Preises dabei geblieben. Allerdings kaufe ich keine Blöcke, sondern die etwas günstigeren Bogen, die ich dann teile.

Wie Midge schon erwähnt hat, ist dir die Lavierung gut gelungen. Eine kleine Anmerkung noch zu den Wölkchen: Sie wirken natürlicher, wenn sie nicht in einer durchgehenden Reihe und einzeln angelegt, sondern ungleichmäßig groß und zusammenhängend in unterschiedlicher Höhe gemalt bzw. ausgetupft werden.
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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von GoldSeven » Mi 5. Dez 2018, 12:38

Hihi, ich muss mal eben den Spalter spielen ("Judäische Volksfront!!") 8-)

Es kommt immer drauf an, was man will. Arches leuchtet einfach toll, und je farbenfroher und expressiver man malt, desto idealer ist es für einen. Ich habe festgestellt, dass ich auf Arches nicht arbeiten kann, weil es in der Detailarbeit und beim Farben rausziehen schwächelt - da sind glatte Papiere wie Canson und Co. absolut perfekt. Ich hatte mene Begegnung der 3. Art mit Arches tatsächlich genau andersherum, weil ich jahrelang auf Canson meine detailreichen, gedämpft-tönigen Bilder gemalt habe, und als ich das erste Mal Arches ausprobierte (weil alle mir sagten, das ist das Nonplusultra!), hatte ich das Gefühl, ich male auf einem Frotteehandtuch. :grinblue:
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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von ThomasB » Mi 5. Dez 2018, 16:38

Mir geht es ähnlich. Ich hatte immer auf günstigem Papier gemalt bis ich den begeisterten Test mit Arches gemacht habe.
Ich nutze für Landschaften gerne das Arches Grain Fin kaltgepresst, und für Tiere etc. gerne das Grain Satine´heiß gepresst.
Ich muss aber auch zugeben dass mir das Papier auch etwas zu teuer ist. Ich habe hier nun soviele günstigere Papiere herum liegen, die alle nicht viel taugen und bin schon fast der Verzweiflung nahe. Ich glaube ich versuche als günstige alternative nun nochmal das Papier von Gerstaecker Aquarell Classic. Aber gut und günstig scheint es in diesem Bereich nicht zu geben.
Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören

Gruß
Thomas B

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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von Midge » Do 6. Dez 2018, 06:54

Nee, leider gibt es gut und günstig nicht im Bereich Papier. Ich könnte Dir noch das St. Cuthbert's Mill Bockingford empfehlen. Das wird auch gerne von Anfängern verwendet und ist nicht ganz so teuer wie das Arches. Ansonsten hilft leider nur sich durch zu probieren. Weil beim Papier scheiden sich die Aquarell-Gemüter - wie man ja sieht! Jenny kommt ja mit dem Arches überhaupt nicht klar. Es kommt halt immer auch drauf an, wie Du malst, in welchem Stil, was Du ausdrücken willst, ... danach richtet sich einfach die Wahl des Papiers. Deswegen kann man leider keine Pauschalaussagen machen - obwohl ich gerne das Arches empfehle, weil es eben für sehr viele Aquarellmaler passt. Die Chance, dass es auch einem anderen ans Herz wächst, ist hier recht hoch.
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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von Julchen » Sa 8. Dez 2018, 00:13

ich bestätige auch das Arches, Cold pressed, weil es leuchtet und man mit viel Wasser arbeiten kann. Auch wenn man als Anfänger oft Fehler macht und korrigieren möchte, so hält dieses parier wirklich enorm viel aus! Ich möchte aber das Cornwall matt auch erwähnen, weil es eine glatte Oberfläche hat und auch die Farben wunderschön, leuchtend und auch zart wiedergibt!! Es gab das Papier bis vor kurzem in 300gr stärke. jetzt aber nur noch in 450 gr. Wobei mich das überhaupt nicht stört. Es ist sehr stabil und ich habe dieses Papier schon aufs extreme malträtiert, und es liess sich immer noch drauf malen :-D
So hat jeder seine Vorlieben!
Ab und zu habe ich auch aus Finanziellen Gründen mal ein billigeres Papier gekauft. Bin aber nie zufrieden gewesen. Entweder wellte es sehr stark, löste sich unter de Pinsel auf oder es entstanden Blumen mit nur sehr wenig Wasser. Solche Papiere zwingen einen in andere Wege, was auch nicht immer schlecht ist, weil man in anderer Technik malen muss, als in der gewohnten. Papiere ausprobieren ist wohl etwas vom wichtigsten beim aquarellieren, denke ich mal. Zumindest meine Erfahrung. Wer das Cornwall nicht kennt, der sollte es mal ausprobieren.
herzlichst, Julchen
Quatscht nicht, malt! (Julchen)

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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von ThomasB » Sa 8. Dez 2018, 00:54

Hallo Julchen,

wie heisst dieses Cornwall matt denn genau? Würde ich mir mal anschauen.
Je stiller du bist, desto mehr kannst du hören

Gruß
Thomas B

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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von Julchen » Sa 8. Dez 2018, 08:49

Hahnemühle, Cornwall matt. Das ist alles. Bis bald, herzlich, Julchen
Quatscht nicht, malt! (Julchen)

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Re: Eine Begenung der dritten Art :)

Beitrag von Farbenspiel » So 9. Dez 2018, 08:18

Hallo Thomas,

mir ging es ähnlich mit dem Arches. Ich habe auch schon einige billige Papiere durch (manche komplett unbrauchbar, manche ganz ok) Das Arches ist eine ganz andere Liga.Das Cornwall matt mag ich auch sehr gerne. Es ist allerdings nicht unbedingt billiger, als Arches. Auf einem Archesblock sind 20 Blatt und auf einem Hahnemühleblock nur 10.

Ich finde, durch die diversen Formate der Blöcke ist es sehr schwierig, die Preise zu vergleichen. Habe damit schon einige Zeit in Shops verbracht und es irgendwann aufgegeben.

Über eine Sache denke ich öfter nach: Gute Musiker mögen trockene Akustik, in der man jedes ungewollte Quietschen oder Kratzen sofort hört. Nur in so einer Akustik kann man an seinen Fehlern arbeiten und richtig gut werden. Hat man dagegen einen Hall, wie in einer Kirche, hören sich auch schlechte Musiker beeindruckend an. Ich denke manchmal, dass das Arches für Anfänger zu gnädig ist wie ein Weichspüler, der alle Fehler kaschiert. Vielleicht hinkt der Vergleich aber auch.

Viele Grüße

Farbenspiel
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sThomas (Fr 14. Dez 2018, 13:09)

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