Wahrnehmung und Ausdruck

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Wahrnehmung und Ausdruck

Beitrag von ulistol » Di 30. Aug 2011, 11:08

Weidenkätzchen:
"ja, wie geht ihr daran? wollt ihr etwas nachmalen oder wie geht das ab in eurem kopf? beschreibt das mal bitte.. schritt bei schritt.."


Maggy:
"Wenn Du beschreibst, wie Du an Deine gefühlvollen Bilder herangehst, kann ich nur Staunen. Aber das macht für mich den wahren Künstler aus. Der braucht über Dinge wie Technik etc. nicht nachdenken, der lässt seine Gefühle in Farben fließen.
Eindrucksvoll!"


Weidenkätzchen:

"technik, ach sprecht nicht immer davon, was ist denn technik im malen... wir haben farbe, tube oder kästchen... und papier.. das ist die einzige technik, die ich sehe.., wenn du davor sitzt, erscheint es leer, aber wenn du deine augen schliesst, musst du es sehen können, deine gefühle, das was du aussagen willst... es ist irgendwie ganz einfach...zB hier: du musst neben dich treten, dich beobachten können, als 2. person...hört sich irrig an, ist aber so .. ich sah mich, umgeben von kälte, von dingen, die ich nicht kontrollieren kann... ich habe mich total allein gelassen gefühlt am ende... nachdem das gefühl des mitleids vorbei war, kam der ärger drüber, weil, du hast alles gegeben, was du hast, hast dich geöffnet.. als nächstes kam nack sein..entblösst, du gabst alles und wurdest jetzt irgendwie getreten... alkoholiker denken anders...sie versuchen, oberhand über ihr eigenes agieren zu gewinnen, können es aber nicht, denn der nebel ergreift sie immer wieder.. und dann stehst du da, musst das erspüren, für mich ganz besonders schwieirig, weil er in den usa ist und ich hier... ich habe es schon seit monaten gespürt, dass da noch etwas ist, wusste es aber nicht zu deuten.....also bist du nackt, es gibt keine faser an dir, die er nicht gesehen hat... und dann plötzlich stehst du alleine da.. was verbindet man mit ohnmacht? zB ertrinken.. wo ertrinkt man, im see .. ozean war mir zu wild, zu unruhig .. zeichne das auf.. welche farben haben ein see? ein altes grün, ja, irgendwie alt.. lol ..nimm die zuerst.. alles andere verläuft .. male die schatten ein, die du wirfst, oder das objekt... erst war der horizont nicht zu sehen, aber durch die dunklere farbe hinter mir kam tiefe ins bild.... wie erzeugt man spiegelbild reflektionen in watercolor... well, einfach .. nimm den pinsel und verwische die farben nach rechts und links... ach ja, mach das papier vorher wiedr nass, sei vorsichtig, auch das muss mit gefühl geschehen, zu viel nässe und du hast alles veschwommen, zu wenig und es erscheinen hässliche kanten... erinnert ihr euch noch an mein allererstes bild? der körper auf der mohnkapsle, in der genesis reihe.. genau da habe ich den fehler gemacht.. konnte es aufgrund Eurer hinweise sehen lernen und da zeichnet sich auch die papier qualität aus... je höher die werte, like 200 g zu 360 , je besser kann man nachträglich verwischen und ausbessern..

ich meine hier in deutschland zu sehen, dass viele sich an vorgaben festhalten, anstelle einfach mal zu probieren, dingen einfach mal den lauf zu lassen.. mag ein mentalitätsding zu sein, ich weiss es nicht .. und wenn etwas nicht gelingt, oh well, dont get desperate on it... es ist doch nur papier und farbe...und Midge hat so viel Nachschub an Farben für uns .. ok, now i stop, going to be philosophical here lol"
Viele Grüße von Uli

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Re: Wahrnehmung und Ausdruck

Beitrag von ulistol » Di 30. Aug 2011, 11:26

:wave:
Es gibt ja verschiedene Formen der Wahrnehmung:
das Hören, Riechen, Sehen, Fühlen.
Bei jedem Menschen ist eine Form der Wahrnehmung ausgeprägter als die anderen. Wobei es auch Überschneidungen gibt.
Die Hörer sind sicher die Musikanten.
Das Riechen hat noch nicht mal das TV umsetzen können.

Dann gibt es auch noch Unterschiede, welchen Zugang man zu seinen eigenen Gefühlen hat, bzw. in wie weit man Gefühle zulässt.

Ich selber gehöre eindeutig zu den Sehern. Es gab mal eine Zeit, da brauchte ich nur einen Brief anzusehen und hatte mit einem Blick jeden Schreibfehler entdeckt.
Und so geht es mir auch beim Malen. Ich sehe etwas, das gefällt mir und dann überlege ich mir, mit welcher Technik und welchen Farben ich das Motiv aufs weiße Papier bekomme. Also dazu noch ziemlich kopfgesteuert. :piper:
Viele Grüße von Uli

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Re: Wahrnehmung und Ausdruck

Beitrag von Midge » Di 30. Aug 2011, 15:56

Ein interessantes Thema.

Ich glaube, ich bin beim Malen auch eher ziemlich kopfgesteuert. Ich sehe ein Foto oder eine Szene in freier Natur (die ich dann meistens erst mal fotografisch festhalte), was mir gut gefällt, was irgendwas emotionales in mir drin auslöst und sei es auch nur reine Freude. Und das male ich dann. Oder versuche es zumindest. :rollgrin: Ich überlege mir, welche Farben am besten das Gefühl rüber bringen, das ich beim Anblick des Motivs empfinde. In letzter Zeit habe ich mir auch angewöhnt, kleine Thumbnails (Skizzen) zu machen, die alle ein wenig unterschiedlich sind, um zu sehen, welche Anordnung am besten rüber kommt, am besten anspricht. Gerade auch bei den Bildern, wo ich viel mit Negativtechnik arbeite, gehe ich hier etwas genauer vor in der Vorbereitung. Wenn ich nur ein Motiv einfach so abmalen will, mache ich mir meist keine Vorskizze, sondern lege sofort los.

Manchmal habe ich auch Träume von wunderschönen, bunten Landschaften. Die male ich dann auch aus der Erinnerung nach. Hier ist es dann in erster Linie das Gefühl, die Emotionen, die im Vordergrund stehen und die mich beim Malen letztlich leiten. Insofern ist es manchmal ganz gut, keine konkrete Vorlage zu haben, sondern die Gefühle malen zu lassen. Die Bilder werden dann zwar bunter, intensiver, vielleicht auch kitschig oder chaotisch, aber sie sind auch energetischer und es kommt prinzipiell viel mehr "rüber". Nicht nur beim Betrachten, auch beim Malvorgang schon.

Es ist also eine Frage der Situation und des Auslösers, wie ich ein Motiv wahrnehme und wie ich das Gesehene dann ausdrücke.

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