Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

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xchaos
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von xchaos » So 7. Jul 2013, 08:51

Saticil hat geschrieben:
Britta hat geschrieben::waveabit: ,
Von mir aus kann das jeder machen wie er es möchte...aber ich bewerte ein Bild schon mit anderen Augen wenn ich weiß das es nicht " Frei-Hand" gezeichnet wurde.
:-) okay, dann beziehe diese Betrachtung bei der Betrachtung großer Meister wie Caravaggio – Vorbild vieler namhafter Maler wie Picasso, Lempicka etc. – mit ein. C. ritzte mithilfe einer optischen Linse, die er immer bei sich trug, seine Motive in eine schwarz vorgestrichene Leinwand und "kolorierte" :lol: sie dann.

Ist er somit eurer Meinung nach kein "ehrlicher" Maler wie viele seiner Malerkollegen ab dem 15. Jahrhundert, die "Paus"Hilfsmittel von der laterna magica bis hin zum selbstgebauten Diaprojektor (Malerfürst Lenbach) verwendeten???

Ist nicht bös gemeint von mir, aber vielleicht überdenkenswert bei der Bewertung von Malern, die Reproduktionshilfsmittel verwenden und keine reinen "Freihand"-Zeichner sind, oder?? Ganz besonders liebe Grüße :hug: :hug:
oje, lieber dumm bleiben und dafür gute Aquarelle malen
:lolfloor:
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Saticil
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von Saticil » So 7. Jul 2013, 08:57

oje, lieber dumm bleiben und dafür gute Aquarelle malen
:lolfloor:

Lieber
reich und gesund
als
arm und krank


:lolfloor:

:wave:

xchaos
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von xchaos » So 7. Jul 2013, 09:13

Saticil hat geschrieben:oje, lieber dumm bleiben und dafür gute Aquarelle malen
:lolfloor:

Lieber
reich und gesund
als
arm und krank


:lolfloor:

:wave:
genau

Ich war gerade auf Deiner Homepage und sah wunderschöne Aquarelle

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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von Malmal » So 7. Jul 2013, 12:08

Felicitas ist ja auch ne ganz große, finde ich.
Trotzdem erlaubt mir einen kleinen Widerspruch: malt jemand mit den erwähnten Hilfen, ist das sicher kein "Verbrechen". Ihm fehlt aber dann in der Regel die Fähigkeit, ein Bild mit Augen, Hand und Hirn komplett zu "seinem" Bild zu machen.
Ist die Gefahr nicht groß, dass viele dann mit einer Malbuchmentalität wieder verkümmern? :gettingwell:

Bei den großen der Vergangenheit widerlegen oft andere Bilder, dass sie es nicht könnten.
Anders bei denen, die Bilder malen lernen wollen. Wenn sie abpausen, erwarten sie von sich die Perfektion, die sie im Regelfall nicht erbringen können. Die Entwicklung macht dann schnell Halt, weil es bequemer und sicherer ist, abzupausen. Was spricht dagegen, damit offen umzugehen und den guten Zeichnern einen "Zusatzpunkt" zu gönnen? Den haben sie sich verdient, finde ich.
Wie oft lese ich in den Kommentaren für ein Bild: zeichnerisch finde ich dein Bild besonders gut gelungen.....oder so. Wenn es dann abgepaust wurde, nimmt man ein Lob für eine Leistung, die eigentlich keine ist. :oops:

Ergo: der befähigte Zeichner hat einfach ein anerkennenswertes Talent mehr und die Fähigkeit, seine Bilder von der weißen Seite bis zum fertigen Bild selbst zu erstellen. :champagne:
Wer das nicht kann, muss abpausen, von jemand anderem vorzeichnen lassen oder oft ein schlechteres Gesamtergebnis in Kauf nehmen.

Deshalb meine Meinung: Offenheit ist fair! Es wird etwas peinlich, wenn sie umgangen oder bewusst verschwiegen wird.

:sorrytwo: war mir ein Bedürfnis.................!

Klaus
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von Britta » So 7. Jul 2013, 12:15

Saticil hat geschrieben:
:-) okay, dann beziehe diese Betrachtung bei der Betrachtung großer Meister wie Caravaggio – Vorbild vieler namhafter Maler wie Picasso, Lempicka etc. – mit ein. C. ritzte mithilfe einer optischen Linse, die er immer bei sich trug, seine Motive in eine schwarz vorgestrichene Leinwand und "kolorierte" :lol: sie dann.

Ist er somit eurer Meinung nach kein "ehrlicher" Maler wie viele seiner Malerkollegen ab dem 15. Jahrhundert, die "Paus"Hilfsmittel von der laterna magica bis hin zum selbstgebauten Diaprojektor (Malerfürst Lenbach) verwendeten???

Ist nicht bös gemeint von mir, aber vielleicht überdenkenswert bei der Bewertung von Malern, die Reproduktionshilfsmittel verwenden und keine reinen "Freihand"-Zeichner sind, oder?? Ganz besonders liebe Grüße :hug: :hug:

So lange man meine Meinung akzeptiert und sie nicht ins Lächerliche zieht bin ich keineswegs böse :batting: .

Und selbst wenn wir noch weiter zurück gehen ... in die Steinzeit...wo die Höhlenmenschen Ihre Schatten an die Wände geworfen habe um sie nach zu zeichnen....pausen ist pausen ...was einfacher ist und für " MICH" anders zu bewerten als "Frei-Hand " zeichnen.

Es Kann jeder doch so malen und zeichnen wie er möchte... wenn es Spaß macht ist es doch das Wichtigste! Mich befriedigt es nicht ! Wenn ich es nicht Frei-Hand zu Papier bringen kann ,lasse ich es einfach sein und muss eben noch üben/oder lerne es nie ...ansonsten würde ich mich fühlen als ob ich -Malen nach Zahlen praktiziere.

Würde ich pausen ....wären meine Bilder wahrscheinlich auch viel besser ( Vor allem hätte ich dann sicher mehr Architektur auf dem Plan :rollgrin: )...aber die Freude an meinem Bild wäre nur halb so groß.


ich glaube bei diesem Thema gilt Leben und Leben lassen. :heartflag:
Zuletzt geändert von Ultramarin am Mi 20. Apr 2016, 22:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat repariert
Ein Bild ist nicht dazu da,um zu erklären,
sondern um beim Betrachter ein Gefühl zu wecken!




Lieben Gruß Britta

Felicitas
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von Felicitas » So 7. Jul 2013, 19:39

Alles klar, liebe Britta, lieber Klaus ..... wir lassen die Sonne scheinen und jede Meinung soll akzeptiert ..... und die des anderen mit Respekt gelesen werden ... :ok: :jepeeh: :piper: :hug:

helen lu
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von helen lu » So 7. Jul 2013, 22:49

ich selber würde nie durchpausen..... wenn das Andere wollen ok, aber wenn von uns Besprechungen gewünscht werden.... und das wollen ja Alle.
dann finde ich, müsste man das , da bei Grösse und Papier und dazu schreiben, und sich nicht mit fremden Federn schmücken.

lüneburg
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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von lüneburg » Mo 8. Jul 2013, 10:28

helen lu hat geschrieben:ich selber würde nie durchpausen..... wenn das Andere wollen ok, aber wenn von uns Besprechungen gewünscht werden.... und das wollen ja Alle.
dann finde ich, müsste man das , da bei Grösse und Papier und dazu schreiben, und sich nicht mit fremden Federn schmücken.
ganz genau meine Meinung!

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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von pgretour » Mo 8. Jul 2013, 13:59

Ganz nüchtern betrachtet:

Im Zeitalter digitaler Fotografie, CAD- und Grafikprogrammen ist es vermutlich per se ein Anachronismus, den Bleistift oder den Pinsel statt Maus und Tastatur in die Hand zu nehmen.

Ob das „Pausen“ als Lehrmethode tauglich ist, sollen die Lehrer klären und belegen.

Historische Beispiele in die Diskussion einzubeziehen hilf m.E. nicht – die Burschen konnten alle passabel zeichnen (lässt sich bestimmt eine Ausnahme finden, die aber nichts widerlegt).
Nicht nur weil in der Vergangenheit das Freihandzeichen das Einmaleins bildnerischer Ausbildung war.
Nicht nur des Zeichnens wegen, sondern auch um das Sehen zu lernen.

Sich aller, auch digitaler Paus- und Kopierhilfsmittel zu bedienen, bringt schnellen Erfolg und Bewunderung und besseren Verkauf, vor allem dann, wenn es nicht deklariert ist.
Die Dummen sind die, die ganz traditionell handwerklich arbeiten, auch auf die Gefahr zeichnerische Fehler zu begehen, dafür kritisiert oder gar belächelt zu werden.
Denen hilft auch nicht der Turboliberalismus von der freien Wahl, eines freien erweiterten Kunstverständnisses oder die Mär vom Blender, der nur sich selbst blendet.

Machen wir uns nichts vor, die gepausten Arbeiten sind nicht immer sofort zu erkennen.
Weil die Vorlage oftmals nicht bekannt ist, oder nicht auf der ersten gegoogelten Seite steht.
Weil die eigenen Fähigkeiten im Sehen und Zeichnen nicht soweit entwickelt sind, um zu erkennen.
Oder einfach, weil die Unschuldsvermutung gilt.
Und selbst Belegtes provoziert keine Reaktionen.

Es ist ein Wettbewerb zwischen „sauberen“ und „gedopten“ „Aquarellisten“.

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Re: Motive abpausen - legitim oder ein "no go"?

Beitrag von GoldSeven » Mo 8. Jul 2013, 14:04

Es gibt für mich zwei Sorten stark referenzierter Bilder (gepaust oder teilweise gepaust oder stark abgezeichnet etc).

Bei Leuten, die etwas abpausen und es nicht selber könnten, sieht man es meistens. Verzogene Proportionen, grade in Gesichtern, etc - das fällt meistens auf.

Andere pausen oder referenzieren stark, aus Zeitgründen oder aus Bequemlichkeit, aber man sieht es nicht. Wenn man sich freie Arbeiten ansieht, erkennt man, dass diese Zeichner auch frei gut zeichnen können.

Wobei ich Britta zustimme, dass man dabei ehrlich sein muss und dazu sagen, wenn es abgepaust/abgemalt ist (idealerweise auch nicht erst, wenn jemand danach fragt). Es macht für mich auch einen Unterschied in der Bewunderung eines Werkes, ob es frei gezeichnet oder abgepaust ist. Und etwas für frei gezeichnet zu halten, es zu bewundern und dann rauszubekommen, dass es abgezeichnet oder gepaust ist - am Ende gar noch, obwohl der Künstler das vorher abgestritten hat - das finde ich ganz übel und hinterlässt einen ganz unangenehmen Beigeschmack.

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