Kunstverkauf an Freunde - delikates Thema

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Raimund
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Re: Kunstverkauf an Freunde - delikates Thema

Beitrag von Raimund » Fr 8. Feb 2019, 17:39

Hallo GoldSeven,

Ja da muss man sich treu bleiben und lieber nichts verkaufen als sich unter dem Wert zu verkaufen.

Ich hatte mal einen Fall wo ich auf einer Ausstellung fast 6000 Euro bekommen hätte.

Aber eben nur fast. Es war ein Mann dem gefiel das so gut das er es unbedingt haben wollte und er hatte locker das Geld. Seine Frau hat ihn dann davon überzeugt das ich kein bekannter Künstler bin und das Gemälde keinen Wertzuwachs hat dadurch. Dieser Mann hat mich ein paar Jahre lang angerufen und sich erkundigt ob es noch zu haben ist. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich habe ihm gesagt, das es für ihn nicht mehr zu haben ist.

Das Bild hat mich auch 160 Stunden Arbeit gekostet bei der Größe von 1,7 m auf 2,3 m.
Bei so einer Größe brauchst natürlich auch jemanden der den Platz hat und das macht es schwer sowas zu verkaufen.

Lg Raimund

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GoldSeven
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Re: Kunstverkauf an Freunde - delikates Thema

Beitrag von GoldSeven » Fr 8. Feb 2019, 18:20

Ja, immer sind es die Frauen, die vernünftig sind und sagen, das ist doch viel zu teuer! :lol: Ich würde mir auch kein Bild für über 300 Euro kaufen, nicht mal von John Howe... und für den müsste ich sicher ein bis zwei Nullen dranhängen.

Kleinere Sachen von Freunden, die ich bewundere, kaufe ich schon mal. Aber witzigerweise auch immer nur, wenn ich selber grade was Größeres verkauft habe und mir sagen kann, das haste dir jetzt verdient...
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Re: Kunstverkauf an Freunde - delikates Thema

Beitrag von Raimund » Fr 8. Feb 2019, 18:37

Hehe das mit den Frauen hast du gesagt :)

So ist das halt wenn Männer unterm pantoffel stehen :) Wenn man selbst malt hat man ja noch mit dem gedanken zu spielen ,das könnte ich mir ja selbst auch malen. Ich habe auch ein paar Bilder so um die 5 Stück von einer Freundin die ich gekauft habe. Habe mir mal überlegt ob ich mir von thomas W. Schaller eins kaufe, aber da bist halt auch gleich etwas mehr Geld los. Finde aber seinen Stil ziehmlich gut und mag den auch als typ.

Lg Raimund

Didier
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Re: Kunstverkauf an Freunde - delikates Thema

Beitrag von Didier » Fr 9. Aug 2019, 21:37

Richtig, GoldSeven, in USA, Australien und Neuseeland können die Künstler ihre Bilder zu anständigen Preisen verkaufen. Es gibt auch eine wesentlich lebhaftere Galerieszene, näher am Künstler als am Kunst-Puff-Business-Steuersparmodell-in-Zollagern-Markt.

Ich mache das ganz einfach: In einer Rechnung alle Materialien und Überschuss-Wegwerfmaterial komplett berechnen, so als würde ich beispielsweise eine Schreinerei-Kalkulation machen:Maschinenstunden, Verschnitt, Energieverbrauch, Personalkosten usw. Klassische Betriebswirtschaftliche Rechnung. Sehr teure Materialien wie Muschel- oder Blattgold, echten Ultramarin mit Zuschlag, wie übrigens alle Materialien (denn sie kosten Recherche-Zeit und so weiter). Dann seinen Stundenlohn und sonstige Betriebskosten und dann kommste auf einen Preis pro Quadrat-Dezimeter. Zack. No discussion. Egal ob Freund oder Fremder.

Achja, wenn Ihr mit Rahmen verkauft - selbst ein gescheiter Vergolder-Rahmen wird gerne mal unter den Tisch fallen gelassen, dabei kann so ein Teil, sorgfältig individuell geplant und ausgeführt, gerne mal teurer sein als das Gemälde. Wer mal in den Uffizien war und die tabernakelartigen oder möbelartigen Rahmungen gesehen hat, weiß was ich meine.

Womöglich kennt Ihr auch das dumme Geschwätz von Hausgästen, die meinen "Oh wie schön, mach doch eine Ausstellung und verkaufe". Mein Kommentar dazu: "Ja dann kauf doch Du, wenn Du so begeistert bist". Die Leute haben nach meiner Beobachtung einfach eine Meise. Sie verstehen nicht, daß ein Künstler nicht Maler-Fürst sein muss. Daß ein Künstler im Grunde so ähnlich wie ein erstklassiger Handwerker für seine Stadt oder Region einfach Lieferant für schöne Dinge ist, die man sich kauft, weil man sie schätzt.
Ich brauche keine Hunderttausende für ein Bild. Es wäre schon schön, wenn man einfach von seiner Kunst ein normales Leben ohne Luxusallüren führen könnte.
Nützt ja keinem, wenn man stockgeizige Bewunderer hat.
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Midge (Sa 10. Aug 2019, 17:23)
“Der wahre Nutzen der Kunst besteht in erster Linie darin, die eigene spirituelle Natur des Künstlers zu fördern.” George Inness

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