Kleckselines Frage zu überflüssigen Farben auf der Palette

Hier könnt Ihr über alles diskutieren (und auch mal Dampf ablassen), was mit dem Thema Kunst zu tun hat.

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Kleckseline
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Kleckselines Frage zu überflüssigen Farben auf der Palette

Beitrag von Kleckseline » Mo 20. Feb 2017, 09:08

Danke Midge! :dankeschön:

Es trifft sich, dass Du die Farben gerade heute angeschnitten hast! Mich treibt da eine Frage um:
Die Farben von Jens Hübner habe ich nur zur Information vorgestellt! Gefallen hat mir z.B., dass man aus Ultramarin und Umbra gebrannt grau mischen kann. Das hatte ich nicht gewusst!
Ich selbst habe in meinem Kasten sehr sehr viel mehr Farben. Eine nach der anderen ist mit der Zeit dazugekommen und ich kenne meine Farben gut, habe aber das Gefühl, dass es zu viele sind! U.a. habe ich drei Grüntöne! Und jetzt denke ich, dass ich sie rauswerfen sollte! Aber ich hatte schon alle drei vorsorglich nachbestellt. Soll ich sie trotzdem aufbrauchen? Oder bringe ich mich (mein Mischverhalten) völlig durcheinander, wenn ich sie aussortiere? Das ist mein Hauptproblem!
Weiterhin habe ich aber auch vier Blautöne und vier Rottöne, die ich alle benutze. Da bin ich mir sehr unsicher. Blau will ich gern alle behalten, aber am Rot könnte ich wohl auch was ändern, weil davon 3 mehr oder weniger Pink oder rosa sind und ich gerne dafür lieber einen "richtigen" Rotton hätte!
Das würde mein eingespieltes Mischverhalten allerdings auch durcheinander bringen! :keine ahnung:
Im VHS-Kurs schauen alle immer mit Staunen (und sogar Bewunderung) auf meine Bilder (wegen den Farben!) Sie sagen u.a. "es scheint, Du hast ganz andere Farben! Wie machst Du das nur?!" :staun:
In dieser Sache bräuchte ich dringend einen Rat! :hilfe benötigt:
Viele Grüße von
Christine


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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Midge » Mo 20. Feb 2017, 09:37

Keine Panik bitte! :taphead: :hug:

Grüntöne sind nicht grundsätzlich schlecht. Ich habe auf meiner Palette sogar 7! Du musst die Grüntöne ja nicht direkt vom Näpfchen verwenden, sondern kannst auch Grüntöne noch mal mit anderen Farben mischen - etwas mehr Blaustich oder Gelbstich oder auch etwas dämpfen mit Braun oder Rot. Ich würde sie drin lassen und weiter verwenden. Es sei denn, es ist ein Grünton dabei, der jetzt schon ewig komplett ungenutzt ist. Die Farben, die Du nicht brauchst, erkennst Du daran, dass sie noch komplett voll sind und Du sie auch noch nie nachkaufen musstest. :grinblue: Die kannst Du ruhig aus Deinem Kasten schmeißen. Aber deutliche Gebrauchsspuren und schwindende Farbmenge sind ein deutliches Indiz dafür, dass Du die Farbe benutzt. Mit den Blau- und Rottönen hast Du Dir Deine Antwort schon selbst gegeben: Du benutzt sie alle. Warum willst Du Dich dann von ihnen trennen? Wenn Du gerne noch einen "richtigen" Rotton hättest, dann kauf Dir einen und nimm ihn in Deine Palette mit auf. Ich empfehle Dir (wenn die anderen Rottöne eher Blaustichig sind) einen Gelbstichigen Rotton, z.B. ein Vermillion oder Scharlachrot. Dann hast Du auch einen warmen Rotton.

Was Deine Mitschüler im Kurs sagen, hat Hand und Fuß: "Du hast ja ganz andere Farben!" - und das ist gut so! Sei hier bitte selbstbewusst und stehe zu Deiner Farbpalette. Du benutzt diese Farben nicht weil Dir irgendwer gesagt hat, dass Du es tun sollst, sondern weil Du selbst es willst und Deine Hand sie unterbewusst auswählt - weil Dir die Farben gefallen und Dir gut tun. Warum willst Du das ändern? Du wirst viel Spaß am Malen verlieren, wenn Du Deine Palette jetzt komplett veränderst. Ich würde einfach alle Farben rauswerfen, die Du nicht benutzt und dafür neue Farben holen, die ganz spontan Dein Herz höher klopfen lassen. Diese Farben bringen Dir Energie und das wird sich auch in Deinen Bildern zeigen.

Es ist nicht schlecht, anders zu sein oder anders zu malen! Warum immer mit dem Strom schwimmen, wenn man entgegen dem Strom auch Erfolg hat? :rollgrin:

Das ist mein Rat an Dich. Aber vielleicht haben andere ja noch andere Ideen, wie Du mit dieser Frage umgehen könntest?

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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Kleckseline » Mo 20. Feb 2017, 11:43

Was Du sagst klingt für mich vernünftig! :dankeschön:
Ich habe mich wieder beruhigt und beschlossen die drei Grüntöne erstmal aufzubrauchen! Was ich mit den Nachfüllnäpfen mache, kann ich ja immernoch entscheiden. Übrigens hätte ich nie gedacht, dass es jemand gibt, der noch mehr Grüntöne als ich in seinem Malkasten hat! :lol:
Angefangen hatte ich ja mit der Acrylmalerei und da hatte ich einen Lehrer, der nur mit den drei Grundfarben gearbeitet hat, jeweils ein warmer und ein kalter Ton. Das fand ich toll, das wollte ich auch! Ich habe sogar meine Malgruppe im Seniorenheim so mischen lassen! :lol: Dann bin ich dem langsam aber sicher untreu geworden.
Ich habe nun trotzdem (hatte ich schon heute morgen um halb sechs) mit einer Mischtabelle meiner vorhandenen Farben begonnen. Das ist sehr interessant! Mischt man nämlich gelb zu blau gibt das einen anderen Grünton als wenn man das selbe Blau in jenes Gelb mischt, also gerade andersherum! :staun:
Ich werde die Tabelle für Anschauungszwecke benutzen, d.h. gefällt mir ein Farbton, kann ich ihn ja mischen und in einem Bild verwenden. Vielleicht sagt mir diese Mischung zu, dann bleibe ich dabei und kann sie ja zu "meinen Farben" aufnehmen. Oder ich suche gerade einen bestimmten Farbton für ein Bild, dann kann ich mich ja in der Tabelle informieren! Nur wollte ich wieder alles auf einmal und die Tabelle gleich und sofort fertigstellen. :lol: Aber bei 25 Farben und hunderten daraus resultierender Mischergebnisse ist das nicht zu schaffen! Ich lasse mir nun Zeit!
Meine Palette wird sich schon so entwickeln wie auch meine Malerei sich weiterentwickeln wird, ich versuche einfach darauf zu vertrauen! :batting:

P.S. Eine Dame an der VHS sucht übrigens schon seit Monaten ein bestimmtes Caput mortuum, das ein bestimmter Künstler in einem Buch benutzt. Sie hat schon sämtliche bekannte Hersteller ausprobiert, doch diesen einen Ton findet sie nicht! Sowas wird mir zum Glück nicht passieren. Ich glaube die Hersteller ändern auch ab und an die Pigmentzusammensetzungen in den Farben?! Vielleicht ist dieser Ton (in dieser Zusammensetzung) ja auch schon längst aus dem Handel verschwunden.
Viele Grüße von
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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Freestyle » Mo 20. Feb 2017, 12:13

Hallo, dass sind ja schöne Zeilen, die Midge da verfasst hat. Ich kann mich da nur anschließen. Ich habe auch jede Menge Farben und habe mir die hochtransparenten Farben zu Mischexperimenten zusammen gesucht. Alle anderen nutze ich genau dann, wenn es genau für ein Motiv passt und ich schnell auf die Farbe zugreifen möchte.

Ich kann mir bei Jens Hübner gut vorstellen, dass er für das Malen unterwegs aus Erfahrung seine Palette zusammengestellt hat.
In den Kursen, die ich regelmäßig besuche, werde ich belächelt, weil es wichtig scheint, dem Dozenten mit seinen Farben nachzueifern und alles genauso nachzumalen. Da kommen bei jedem Strich die Fragen "Welche Farbe hast Du genommen? Oh die Farbe habe ich aber nicht! ..."
Ich nutze sehr viel die klassische Variante:
Siena Natur (ist wie Ocker)
Siena Gebrannt
Ultramarinblau
Preußischblau
Magenta
Reingelb oder Cadmiumgelb
Gegebebenfalls Zinnoberot

Oft brauche ich nur 3 oder vier davon. Mit ein wenig Übung kann man sich alles Andere daraus mischen und es sieht harmonisch aus. Sagt man mir zumindest. Andere Maler arbeiten oft auch nur mit wenig verschiedenen Farben, nutzen aber andere Kombinationen, als ich hier für mich angegeben habe. Diese wechseln sie auch selten. Und so kann man anhand der Bilder oft schon erkennen, wer ein bestimmtes Bild gemalt hat ...

Um neue Farben kennen zu lernen, versuche ich monochrome Bilder mit dieser Farbe zu malen.

Wann weiche ich von meiner Farbpalette ab? Für Blumenmotive, Pflanzen, etc. nutze ich oft auch andere Farben. Trotzdem nutze ich kein grün, sondern mische es mir. Es gibt natürlich auch einen Grund, warum manche Maler zig Grüntöne im Kasten haben. Wenn es schnell gehen muss, z.B. beim draussen Malen ... hat man unter Umständen nicht so viel Zeit zum Mischen, wurde mir zumindest so gesagt ...

Ich als Hobby Kleckser muss aber erst mal ordentliche Kontraste hinbekommen und eine sichere Pinseltechnik erarbeiten. Dann kann ich mir mal vielleicht richtige Gedanken über Farben machen...

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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Kleckseline » Mo 20. Feb 2017, 12:55

Uwe hat geschrieben:In den Kursen, die ich regelmäßig besuche, werde ich belächelt, weil es wichtig scheint, dem Dozenten mit seinen Farben nachzueifern und alles genauso nachzumalen. Da kommen bei jedem Strich die Fragen "Welche Farbe hast Du genommen? Oh die Farbe habe ich aber nicht! ..."
Ja, ja, genau so geht es bei uns auch zu! Frei nach dem Motto "Wer malt die beste Kopie vom Orginal". :heulenvorlachen:
Nur ich bekomme das einfach nicht hin! :muhahaha:
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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von klaus007 » Mo 20. Feb 2017, 13:17

:hallo: ,

Farben mischen ist nicht gleich Farbe mischen!
Christine hat geschrieben:Das ist sehr interessant! Mischt man nämlich gelb zu blau gibt das einen anderen Grünton als wenn man das selbe Blau in jenes Gelb mischt, also gerade andersherum! :staun:
Beim mischen von Farben habe ich eins zu Eigen gemacht (ist nicht auf meinen Mist gewachsen), immer die hellere Farbe zuerst. Benutzt man die dunklere Farbe zuerst muß man eventuell, ewig viel von der helleren Farbe hinzufügen, um einen gleichen Farbton zu erzielen. Hat auch was mit sparen der teuren Farben zu tun.

Dieses angesprochene Caput Motuum soll ein Violett stichiger Rotbraunton sein, besteht aus den Pigmenten PR101 und PR206. Gleiche Pigmente finden sich auch in der Farbe Terra Pozzuoli wieder. Als reine Einpigmentfarben findet man PR101 in Englisch-Venez. Rot und PR206 in Krappbraun. So wäre dieses Caput Mortuum aus diesen auch mischbar. Alle Angaben sind auf die Schmincke Horadam Farben bezogen.

Gruß Klaus!
"Malen ist Urlaub für die Seele, hier wird nicht geklotzt, hier wird gekleckst!" von Klaudija!

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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Kleckseline » Mo 20. Feb 2017, 14:31

Klaus hat geschrieben:Beim mischen von Farben habe ich eins zu Eigen gemacht (ist nicht auf meinen Mist gewachsen), immer die hellere Farbe zuerst. Benutzt man die dunklere Farbe zuerst muß man eventuell, ewig viel von der helleren Farbe hinzufügen, um einen gleichen Farbton zu erzielen. Hat auch was mit sparen der teuren Farben zu tun.
Komischerweise gefällt mir die Mischung bei der ich die hellere Farbe in die dunklere gegeben habe besser, weil das Ergebnis strahlender ist! Aber ich habe keine Ahnung! :keine ahnung: Nur Versuch macht klug!

:dankeschön: wegen dem Caput mortuum, ich werde es ihr so weitergeben! Allerdings weiß ich nicht welchen Ton sie genau sucht. Habe mir nochmal Gedanken gemacht, dass die gedruckte Farbe im Buch bestimmt nochmal anders wirkt als auf dem Papier, eben je nach Druckfarbe.


Kann man einen Teil von den Posts vielleicht in den Farbentratsch verschieben, ich glaube wir leiern hier das eigentliche Thema Kursbericht gerade total aus.
Viele Grüße von
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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Freestyle » Mo 20. Feb 2017, 14:53

Ich denke, dass es eigentlich egal ist mit welcher Farbe man beim Mischen anfängt. Die unterschiedlichen Effekte werden sicherlich damit zu tun haben, dass man intuitiv mehr oder weniger Pigmente/Wasser am Anfang oder beim Zumischen verwendet.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, den Pinsel mit verschiedenen Farben gleichzeitig zu laden.

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Re: Bericht vom Kurs Reiseaquarelle mit Jens Hübner in Mainz

Beitrag von Midge » Di 21. Feb 2017, 10:01

Freestyle hat geschrieben: In den Kursen, die ich regelmäßig besuche, werde ich belächelt, weil es wichtig scheint, dem Dozenten mit seinen Farben nachzueifern und alles genauso nachzumalen. Da kommen bei jedem Strich die Fragen "Welche Farbe hast Du genommen? Oh die Farbe habe ich aber nicht! ..."
Und genau das ist der Punkt der mich immer wieder stört. Wir haben dann 100 kleine Möchte-Gern-Bernhard-Vogels und 100 ich-würde-gerne-so-malen-wie-Alvaro-Castagnets. Das Schlimme ist jedoch, dass viele Lehrer von ihren Schülern auch erwarten, dass sie genauso malen wie sie. Da gibt es Kurse, wo der Lehrer Schritt für Schritt sein Bild vormalt und die Schüler malen es genauso nach. Aber: wo bleibt hier der eigene Stil? Wo bleibt das Individuelle, das jeden malenden Menschen ausmacht? Die Leute gehen dann nach Hause und sind voller Stolz, weil sie wie Bernhard Vogel malen können (oder so tun als ob). Manche sind vielleicht dann wirklich so gut, dass man ihre Bilder nicht mehr vom Meister unterscheiden kann. Fein! Aber dann ist man nichts weiter als ein Kopist.

Für mich persönlich ist der Sinn eines Malkurses, dass die Schüler im Prinzip dort "abgeholt" werden, wo sie gerade stehen - in ihrem eigenen Stil, ihrem eigenen Können, mit ihren eigenen Gedanken und Ideen. Das einzige, was ein Lehrer zu tun hat ist Tipps geben, wie man ein Bild interessanter gestalten kann, Komposition, Tonwerte nachbessern, Fehler in der Perspektive korrigieren, etc. Aber nicht ein Bild nachzumalen. Deswegen habe ich mich bei Andreas Mattern auch so wohl gefühlt - wenn Du ihn lässt (und er fragt auch immer!), malt er auch schon mal in Dein Bild rein. Aber ansonsten holt er Dich genau da ab, wo Du bist und gibt Dir nur Hilfestellungen, wie Du aus Deinem ganz eigenen, persönlichen Motiv noch mehr rausholen kannst. Ganz ohne, dass Du seinen Stil kopieren musst.

Ich gebe zu, dass ich nach 4 Jahren und ca. 6 bis 7 Seminaren bei ihm am Ende doch in gewissem Maße seinen Stil kopiert habe. Daher versuche ich gerade, mich wieder auf meinen Stil zu besinnen und nur die Lockerheit, die ich bei ihm gelernt habe, weiter zu entwickeln und in meinen eigenen Stil umzuwandeln. Denn ich möchte eben nicht als Mattern-Kopist gelten. Ich mag seinen Stil sehr gerne, sonst hätte ich mir ihn nicht als Lehrer ausgesucht, aber ich möchte ihn nicht kopieren, sondern anhand meiner eigenen Bilder erkannt werden.
Freestyle hat geschrieben:Um neue Farben kennen zu lernen, versuche ich monochrome Bilder mit dieser Farbe zu malen.
Das ist mal eine gute Idee und ein guter Tipp! Vielen Dank! :abklatschen: :daumenhoch: Ich glaube, wenn man wirklich mal ein Tonwert-Bild nur mit der einen Farbe gemalt hat, kriegt man super die Eigenschaften heraus. Muss ich auch mal versuchen...
Freestyle hat geschrieben:Es gibt natürlich auch einen Grund, warum manche Maler zig Grüntöne im Kasten haben. Wenn es schnell gehen muss, z.B. beim draussen Malen ... hat man unter Umständen nicht so viel Zeit zum Mischen, wurde mir zumindest so gesagt ...
Da hat wohl auch jeder Künstler seine eigenen Gründe. Mir gefallen einfach sehr viele Grüntöne von Daniel Smith, weil sie sehr speziell sind. Einige granulieren extrem - die sind toll für bestimmte Effekte! Aber an einer anderen Stelle in einem anderen Bild kann ich kein granulierendes Grün brauchen, sondern brauche ein klares Grün. Manche Grüntöne kann man auch einfach nicht mischen - es geht einfach nicht. Dann nehme ich auch mal dieses fertige Grün. Genauso ist es mit bestimmten Pinktönen: die kann man einfach nicht ermischen! Auch bestimmte Rot- und Blautöne kann man sich nicht ermischen, weil sie so speziell sind. Sie würden beim Mischen immer stumpf aussehen. Das ist der Grund, warum ich mir viele Farben hinlege und diese dann auch meist pur verwende und lasierend oder ineinanderfließend verwende, um andere optische Mischungen zu erzeugen.

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Re: Kleckselines Frage zu überflüssigen Farben auf der Palet

Beitrag von Midge » Di 21. Feb 2017, 10:03

Achso, wegen dem Caput mortuum - hat sie ein Buch von Bernhard Vogel oder Heinz Schweizer gelesen? Die verwenden nämlich das Caput mortuum von Ferrario (Tintoretto). Das habe ich im Shop. :rollgrin: Nur so als kleiner Tipp am Rande...

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