Making color sing, Point zero

Ein super gutes Buch über Aquarellmalerei gelesen? Hier könnt Ihr darüber berichten

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Making color sing, Point zero

Beitrag von Sabbel » Sa 17. Nov 2012, 12:51

Dutzende Aquarellbücher liegen bei mir rum, das meiste aus der umfangreichen Stadtbibliothek. Gekauft habe ich bisher nur ein einziges Buch, das sich ausdrücklich mit watercolor befasst: das Buch von David Dewey. Alle diese Bücher nehme ich gelegentlich zur Hand, lese ein paar Seiten, schaue mir die Bilder an - aber sie entzünden nichts in mir. Vermutlich eine Typfrage. Step-by-step war noch nie mein Ding, eher Imitation, bzw. der Versuch - aber aus eigenen Kräften, ohne Anleitung.
Jetzt habe ich zwei Bücher gekauft, auf die ich sehr gespannt bin: Das eine ist Jeanne Dobie: "Making color sing", das andere Michelle Cassou: "Point Zero - entfesselte Kreativität".
Um Letzteres hätte ich noch vor einem Jahr aus Prinzip einen großen Bogen gemacht. Aber die angesprochenen kreativen Blockaden kommen mir aus anderen Bereichen ebenso bekannt vor wie die entscheidenden schöpferischen Impulse, die sich ihren Weg "nach draußen" bahnen. Musik, Schreiben, Malen - die Parallelen sind erstaunlich. Ich denke, dieses Buch passt gut zu meinem noch ziellosen Spiel (?) mit Farben. Nach ein paar Monaten könnte ich ja auch die Konsequenz ziehen: ich kann gar nicht malen - im Sinne von etwas malen, etwas abbilden. Aber aufgrund meiner vergleichbaren Erfahrungen mit dem Zeichnen vor langer Zeit - von absolut Null bis zu erkennbaren Portraits - weiß ich, dass das nicht so ist. Wenn ich das wirklich wollte, könnte und würde ich es lernen. Etwas zu malen, "abzubilden", ist vielleicht gar nicht meine Motivation. Aber was ist es dann? Was bedeutet es, was stellt es dar, wo ist das fertige Bild, das "Werk"? Die drei Drachen bei Michele Cassou: Der Ergebnisdrachen, der Kontrolldrachen, der Bedeutungsdrachen. Voila - mein Buch! :lol: Ich bin also gespannt und werde im Laufe der Lektüre berichten.
Bruce McEvoy listet "Making color sing" unter "advanced instruction". Vielleicht weil man sich in der Regel erst nach einiger Zeit des Malens intensiver mit Feinheiten der Farbe, ihren Mischungen und Kontrasten etc. beschäftigt? Ich finde die angesprochenen Themen höchst interessant und sie betreffen ja direkt mein augenblickliches Tun mit Farben. Also "hands on" mit Jeanne Dobie! Ich werde im Laufe der Zeit berichten. Jeanne Dobie hat auch so verführerisch schöne, griffige Begriffe wie "mouse power", "octanic color", Formulierungen auf den Punkt wie "A painting is composed soidly by structure, not technique", den Einführungssatz "Anything can be painted! The secret is not the subject, but how you perceive and design the shapes, values and colors" (unter dem Bild eines Kühlschranks). Und nur um diese Aspekte geht es detailliert in diesem Buch - keine Materialkunde etc. Außerdem enthält das Buch ein wirklich schönes Schlusswort...

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Re: Making color sing, Point zero

Beitrag von Britta » Sa 17. Nov 2012, 18:57

Bin gespannt was Du zu berichten hast :ok:
Ein Bild ist nicht dazu da,um zu erklären,
sondern um beim Betrachter ein Gefühl zu wecken!




Lieben Gruß Britta

Sabbel
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Re: Making color sing, Point zero

Beitrag von Sabbel » Sa 17. Nov 2012, 19:16

Ich auch! Bei Dobie habe ich schon ein paar sehr interessante Kapitel gelesen, die man natürlich dann anwenden und üben muss.
Cassou - auch da habe ich schon ein bisschen gelesen - ist sprachlich an der Grenze dessen, was ich (v)ertragen kann. Nicht umsonst schrieb ich, dass ich um dieses Buch früher einen großen Bogen gemacht hätte. Aber wer weiß, vielleicht ist der Kern ihres Konzeptes dennoch zu gebrauchen...

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