| Autor |
Nachricht |
|
johamma89
|
Betreff des Beitrags: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 13:54 |
|
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 22:37 Beiträge: 178
Danke gegeben: 9 Danke bekommen: 26 mal in 24 Posts
|
Hallo Ich spiele momentan mit dem Gedanken, mein Papier selbst zu schöpfen. Allerdings sollte dieses dann schon unbedingt auch alterungsbeständig sein. Kann man sich solches Papier selbst herstellen? Kennt sich jemand damit aus? Ich habe mich etwas belesen und nach meinem jetzigen Kenntnisstand bräuchte ich folgende Zutaten: *Baumwollfasern - enthalten kein Lignin, dadurch ist das Papier dann säurefrei oder? *chemisch neutraler bzw. alkalischer Leim - damit man überhaupt erst drauf malen kann und das Papier nicht wie ein Löschpapier funktioniert *Kaolin - macht das Papier dicht *Calciumcarbonat - als Säurepuffer, damit auch mit der Zeit das Papier nicht säurehaltig wird Ist das Papier dann alterungsbeständig? Und: Wie stellt man speziell Aquarellpapier her? Was ist das besondere an der Oberfläche von Aquarellpapier? LG
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
Midge
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 14:22 |
|
 |
| Administrator |
 |
Registriert: So 1. Feb 2009, 17:42 Beiträge: 2391 Galerie-Bilder: 4 Wohnort: Pfungstadt
Danke gegeben: 55 Danke bekommen: 357 mal in 330 Posts
Geschlecht:
|
Ganz ehrlich: da kenn ich mich ü-ber-haupt nicht aus. Aber ich bin sehr neugierig auf die Antworten der Leute, die es wissen.  Ich hatte mir auch schon paar Mal überlegt, Papier selbst herzustellen. Aber bisher ist es immer am Aufwand gescheitert. Das einzige, was ich mal gemacht habe, war das klassische Papierschöpfen aus Altpapier mit ein paar gepressten Blumen/Blüten drin. An sich könnte ich mir jedoch vorstellen, dass das Papier alterunsbeständig ist, sobald es eher alkalisch ist, sprich: säurefrei. Mit den Baumwollfasern sollte das theoretisch gegeben sein. Aber ich lege dafür nicht meine Hand ins Feuer. Die Struktur von Aquarellpapier wird letztlich durch die Pressung gemacht, glaub ich. Wird das Papier heiß gepresst, wird es glatt. Wird es kalt gepresst, bleibt es eher körnig. Mehr weiß ich dazu auch nicht. Hast Du Dir hierzu ein Buch gekauft? Wenn ja, kannst Du mal posten, welches das ist?
_________________ Viele liebe Grüße Midge
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
johamma89
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 15:09 |
|
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 22:37 Beiträge: 178
Danke gegeben: 9 Danke bekommen: 26 mal in 24 Posts
|
Hallo Midge, ein Buch habe ich nicht. Ich lese mich da eher quer durchs Internet. Und ansonsten kann man ja auch noch selbst experimentieren. Das gute beim Papier schöpfen ist ja, dass man das entstandene Blatt Papier auch wieder zerreißen und neu verarbeiten kann, falls man unzufrieden ist. Weißt du, wie genau das funktioniert mit dem heiß pressen? Wie wird die Wärme da erzeugt? Was mir zur Körnung untergekommen ist bzgl. Papier selbst schöpfen: *Blatt an der Luft trocknen -> rauh *Blatt auf einer Glasscheibe trocknen lassen und/oder bügeln -> fein Allerdings gibt es doch auch bei Aquarellpapier rauhes und feines Papier. Was ist da der Unterschied zu rauhem oder feinem Zeichenpapier z.B.? Also wenn man gleiche Grammaturen vergleicht natürlich... LG
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
Midge
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 15:27 |
|
 |
| Administrator |
 |
Registriert: So 1. Feb 2009, 17:42 Beiträge: 2391 Galerie-Bilder: 4 Wohnort: Pfungstadt
Danke gegeben: 55 Danke bekommen: 357 mal in 330 Posts
Geschlecht:
|
johamma89 hat geschrieben: Weißt du, wie genau das funktioniert mit dem heiß pressen? Wie wird die Wärme da erzeugt? Nee, keine Ahnung. Die werden da sicher so ne Art Großbügelgerät haben, mit dem sie die Papiere dann einzeln pressen. Kommt dann sicher dem nahe, was Du geschrieben hast zum Bügeln vom Papier. johamma89 hat geschrieben: Allerdings gibt es doch auch bei Aquarellpapier rauhes und feines Papier. Was ist da der Unterschied zu rauhem oder feinem Zeichenpapier z.B.? Also wenn man gleiche Grammaturen vergleicht natürlich... Die Fasern. In Zeichenpapier ist in der Regel immer Holz drin soweit ich weiß.
_________________ Viele liebe Grüße Midge
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
johamma89
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 15:51 |
|
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 22:37 Beiträge: 178
Danke gegeben: 9 Danke bekommen: 26 mal in 24 Posts
|
Midge hat geschrieben: johamma89 hat geschrieben: Allerdings gibt es doch auch bei Aquarellpapier rauhes und feines Papier. Was ist da der Unterschied zu rauhem oder feinem Zeichenpapier z.B.? Also wenn man gleiche Grammaturen vergleicht natürlich... Die Fasern. In Zeichenpapier ist in der Regel immer Holz drin soweit ich weiß. Achso und Holz lässt die Farben schlechter verlaufen?
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
oberlel
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 18:15 |
|
|
|
|
und weshalb willst du dir diese arbeit antun??? du hast sicher keine presse wo du die papier glatt presst, du hast wahrscheinlich auch keinen trocknungsraum und etliches mehr nicht. wie willst du die grammatur zustande bringen, eine oberfläche die sich bemalen lässt. waren nur ein paar fragen. wegen dem preis kann es ja nicht sein, oder?
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
johamma89
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 21:12 |
|
Registriert: Fr 10. Dez 2010, 22:37 Beiträge: 178
Danke gegeben: 9 Danke bekommen: 26 mal in 24 Posts
|
Ich finde, selbstgeschöpftes Papier hat einen gewissen Charme. Und ich weiß genau, was drin ist an Inhaltsstoffen, und kann selbst entscheiden, wie dick ich das Papier machen möchte usw.. Man kann einfach etwas experimentieren. Und hat diesen schönen Büttenrand. Preislich nimmt sich das nicht so viel, ja. Zu den Fragen: Die Grammatur kann man beeininflussen mit der Menge an Faserstoff, die man in das Becken gibt. Ich weiß nicht ganz, wie du das mit der Oberfläche meinst, aber ich leime(Kernleimung nennt man das dann, glaube ich?) das Papier ja, so dass es nicht alles aufsaugt. Eine professionelle Presse habe ich nicht, aber man kann sich da sicherlich was basteln. Zwei Holzbretter irgendwie spannen. Ich bin aber auch noch am überlegen, ob es nicht zu viel Aufwand/Investition ist. Was mich wirklich stört, ist, dass bei den fertigen Papieren bei Gerstäcker z.B. nie so richtig klar steht, was alles im Papier enthalten ist. Ob das Papier wirklich alterungsbeständig ist oder nicht. D.h. ob es holzfreie fasern ausschließlich enthält und einen Säurepuffer hat. LG
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
oberlel
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Do 7. Apr 2011, 23:39 |
|
|
|
|
die oberfläche kann kalt gepresst sein, satiniert, hot pressed, torchon, das alles ist ohne werkzeuge kaum zu machen und nur ein büttenpapier zu haben auf dem alles zerrinnt kann doch nicht der sinn der sache sein. ich finde es bemerkenswert, wie du dich mit den nebenthemen des malens beschäftigst, farbenkreise, papier schöpfen und vieles mehr, auch das ist hobby, viel spaß.
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
Midge
|
Betreff des Beitrags: Re: Papier selbst herstellen Verfasst: Fr 8. Apr 2011, 10:00 |
|
 |
| Administrator |
 |
Registriert: So 1. Feb 2009, 17:42 Beiträge: 2391 Galerie-Bilder: 4 Wohnort: Pfungstadt
Danke gegeben: 55 Danke bekommen: 357 mal in 330 Posts
Geschlecht:
|
johamma89 hat geschrieben: Midge hat geschrieben: Die Fasern. In Zeichenpapier ist in der Regel immer Holz drin soweit ich weiß. Achso und Holz lässt die Farben schlechter verlaufen? Naja, sagen wir mal so, die Verläufe sind einfach schöner und fließender wenn kein Holz drin ist.  Aber ganz genau weiß ich es nicht. Vielleicht weiß jemand anderes hier, warum Holz/Cellulose im Aquarellpapier ungut ist und was es beim Malen selbst bewirkt? In vielen Studien-Aquarellpapieren ist ein gewisser Anteil an Holz (Cellulose) drin. Holz ist halt billiger als Hadern.  Die Cellulose wird durch einen chemischen Prozess aus den Hackschnitzeln von Nadelbäumen gewonnen und dabei vom Lignin befreit. Das Lignin ist der Stoff, der das Papier zu schnell altern lässt (zersetzt). Ist er also weg, ist das Papier auch eher alterungsbeständig. D.h. auch Papiere, die Cellulose enthalten, sind heute alterungsbeständig, weil das Lignin entfernt wurde, jedoch nicht ganz so alterungsbeständig wie 100%iges Hadernpapier.
_________________ Viele liebe Grüße Midge
|
|
Nach oben
Link zum Beitrag |
|
 |
|
|